Blutegeltherapie

Für viele Menschen ist der Blutegel nichts als ein unansehnlicher Wurm. Bei näherer Betrachtung stellt sich der Blutegel jedoch als äußerst sensibles Tier dar, das aufgrund seiner speziellen Anpassungen nur bedingt als Parasit bezeichnet werden kann.
Hungrige Tiere halten sich an der Wasseroberfläche auf. Von Wellen alarmiert, schwimmt der Egel auf den Bewegungsherd zu. Dort heftet er sich ggf. mit Hilfe seiner Saugnäpfe fest und beginnt, die Umgebung zu erkunden. Erst wenn er eine warme hautähnliche Stelle gefunden hat, beißt er zu.

Der Beißapparat des Blutegels besteht aus dem Mundsaugnapf am dünneren Vorderende und drei halbkreisförmigen gezähnten Kiefern, die zum Anritzen der Haut vor und zurück bewegt werden. Zwischen den Zähnen münden die Gänge von Drüsen, die den medizinisch wirksamen Speichel mit dem Gerinnungshemmer Hirudin ausscheiden.

Phänomenal daran ist, dass der Blutegel „de facto sterile Wunden „ setzt. Nur in vereinzelten Fällen kommt es nach der Blutegelanwendung zu allergischen Reaktionen. Die Grundsätzliche Doppelwirkung des Blutegelbisses-gleichzeitig Injektion von heilsamen, z.B. gerinnungshemmenden, Substanzen und Absaugen von dadurch verflüssigten Thromben.

Einsatz von Blutegeln zur Wundbehandlung
Einsatz von BlutegelnEinsatz von Blutegeln
Indikationsgebiet beim Pferd:

  • Arthrosen/Arthritis
  • Podotrochlose (Hufrolle)
  • Spat
  • Hufrehe
  • Bei erhöhtem Hämatokrit
  • Zur Verstärkung der Akupunkturpunkte
    Phlegmonen
  • Blutergüsse/Quetschungen
  • Piephacke
  • Tendinitis
  • Satteldruck
  • Bursitis
  • Widerristfistel
  • Abszesse/Furunkel
Indikationsgebiet beim Hund:

  • Diskopathien (Bandscheibenvorfälle)
  • Erhöhte Hämatokritwerte
  • Hüftgelenksdysplasie
  • Spondylosen
  • Arthrosen/Arthritis
  • Furunkel/Abszesse
  • Quetschungen/Blutergüsse
  • Osteochondrose
  • Zur Entgiftung bei verschiedenen Erkrankungen
  • Zur Verstärkung der Akupunkturpunkte